Montag, 26. Januar 2015

»Neulich in der Galaktischen Union«: Der Roman zur Finanz- und Währungskrise



Ein läppischer Zwanzig-Milliarden-Fehler des Galaktischen Finanzkommissariats setzt eine Kausalitätskette in Gang, an deren Ende der Erde die Vernichtung droht. Nur ein Mensch kann sie jetzt noch retten: Abdullah, der notorische Unglücksrabe!

Im Du-Lac-Verlag (Kassel) ist soeben mein Roman »Neulich in der Galaktischen Union – Das erste Buch Abdullah« erschienen. Das E-Book in allen gängigen Formaten ist bereits lieferbar, das Taschenbuch wird voraussichtlich Anfang Februar verfügbar sein. Der Umfang der Druckausgabe beträgt ca. 208 Seiten.


Taschenbuch: EUR 9,80, ISBN 978-3-9816543-2-5
E-Book: EUR 5,99, ISBN 978-3-9816543-3-2

Zum Inhalt: Ein völlig überzogener Steuerbescheid bringt Weltraumhändler Abdullah und seinen Partner Tsarong in die Bredouille. Um die Rechnung ihres Steuerberaters zu begleichen, sollen sie für Quasimodo Quaddelbaster, den bekanntesten Berater der Galaktischen Kommission, eine Studie über »Gender Greenstreaming« durchführen. Doch auf dem Weg zu dem Planeten »Beitrittskandidat Nr. 1072« havariert der Billigraumer, den zu benutzen Quaddelbaster die beiden zwingt, und wird in eine unerforschte Region jenseits des Milchstraßenzentrums verschlagen. Dort treffen Abdullah und Tsarong auf die Zivilisation der Elos in Form der GBR, der Galaktischen Bürokratischen Republik. Die Elos gleichen den Menschen in beängstigendem Maß, und bald stellt sich heraus, dass die Erde einst Teil des Elo-Imperiums war und diesem, rechtlich gesehen, immer noch angehört. Daraus folgt, dass die Erde seit ca. 200 000 Jahren keine Steuern bezahlt hat, und so versteigert die Regierung der Elos sie an den Höchstbietenden: eine Verschlackungs-Gesellschaft, die den Planeten Erde ausschlachten will.
Da die Erdbewohner auf der anderen Seite des Milchstraßenzentrums von alldem nichts ahnen und keine Möglichkeit besteht, sie zu warnen, liegt es an Abdullah und Tsarong, die Erde vor dem Verschlacker zu retten. Da hat Abdullah eine, wie es scheint, geniale Idee: Er gründet die ERDE AG, die angeblich Grüne Energie aus dem Schwarzen Loch im Milchstraßenzentrum gewinnen wird. Sein Plan scheint aufzugehen, der Aktienkurs der ERDE AG schießt in ungeahnte Höhen, sie »schluckt« die Verschlackungs-Firma und viele andere. Doch genau dann, wenn die Hilfe am nächsten scheint, wird die Not am größten ...

Leseprobe 1: in diesem Blogeintrag
Leseprobe 2: in diesem Blogeintrag

Vielleicht noch ein paar Worte zur Geschichte von »Abdullah«: Den allerersten (und gottlob nie veröffentlichten) Abdullah-Roman schrieb ich bereits 1986; es war der erste Roman, den ich jemals abschloss. Die Idee des dicken Weltraum-Händlers und ewigen Pechvogels Abdullah, der gemeinsam mit seinem tibetischen Partner Tsarong in dem schrottreifen Raumschiff INSCHALLAH die Galaxis durchstreift, hat mich seither nie losgelassen. Manche von Ihnen kennen vielleicht meine bei Wilfried Hary in den Jahren 2005 und 2006 erschienenen vier »Abdullah«-Heftromane. Diese sind als E-Books nach wie vor lieferbar; dieser Blogeintrag enthält weitere Informationen. Allerdings habe ich die dort angesprochenen Leseproben von meiner Website gelöscht, weil ich nicht will, dass sie mit dem neuen Roman verwechselt werden. Bitte um Verständnis.

»Neulich in der Galaktischen Union« jedoch ist ein völlig neuer und in sich abgeschlossener Roman, eben »das erste Buch Abdullah«. Der Hintergrund der hyperbürokratischen Galaktischen Union, regiert von der Galaktischen Kommission, ist im Prinzip noch derselbe, natürlich aktualisiert und erweitert. Außer den beiden Hauptpersonen Abdullah und Tsarong, die beide eine »Runderneuerung« erfuhren, gibt es keine personellen Berührungen mit den alten Romanen. Außerdem habe ich weitgehend auf »Slapstick« verzichtet zugunsten einer beinharten Satire, die dem Leser hoffentlich die Tränen in die Augen treibt – und damit meine ich nicht nur die Tränen des Lachens. In einem Nachwort habe ich »Dichtung und Wahrheit« aufgeschlüsselt, denn die Galaktische Union ist immer und überall ...

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie einmal reinsehen würden.

2. Leseprobe »Neulich in der Galaktischen Union: Das erste Buch Abdullah«



In diesem Blogeintrag habe ich einiges über die Hintergründe meines soeben im Du-Lac-Verlag als Taschenbuch und E-Book erschienen Romans »Neulich in der Galaktischen Union« geschrieben. Hier die zweite Leseprobe, und zwar ein Auszug aus dem 18. Kapitel. Die Situation: Abdullah, Tsarong und ein Elo namens Bobby haben die ERDE AG gegründet und versuchen nun, die Aktien durch Mundpropaganda an den Mann, die Frau oder was auch immer zu bringen ...

18.
[...]
»So«, sagte Abdullah auf dem Flur, »es ist hoch an der Zeit, alten Freunden einen Besuch abzustatten.«
Doch das Nachbarapartment, in dem Gil und Jocke logierten, war leer, ebenso die angrenzenden Apartments. Schließlich blieb Tsarong stehen und legte den Kopf schief.
»Hörst du nichts? Das klingt wie Dschungeltrommeln oder so was ...«
Abdullah legte die Stirn in Falten. »Und Affengekreisch. Ein Tarzan-Film? Hier? Und es kommt von unten.«
»Nehmen wir den Aufzug.«
Zwei Stockwerke tiefer, in der 25. Etage, stießen sie auf eine große Halle mit einem halbkreisförmigen Auditorium, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. Auf der Bühne stand, von bunten Scheinwerfern in flackerndes Licht getaucht, eine junge Terranerin und kreischte in ein Mikrofon, untermalt von den Dschungeltrommeln und anderen Instrumenten. Eine Band oder ein Orchester waren jedoch nicht zu sehen. Am linken Rand der Bühne saßen fünf Elos in dunklen, breitschultrigen Roben und lauschten emotionslos. Das Publikum hingegen – wohl alle LADY-LOVIBOND-Passagiere waren anwesend und mindestens die halbe Belegschaft des Hotels – tobte.
Abdullah entdeckte Gil, der weiter vorn im Mittelgang stand, an allen Gliedern zuckte und rhythmisch klatschte. Sie bahnten sich einen Weg zu ihm.
»Was, bei allen Sternengeistern, ist hier los?« Abdullah musste schreien, um von Gil gehört zu werden, obwohl ihre beiden Köpfe nur wenige Zentimeter voneinander entfernt waren.
»Eloah sucht den Superstar! Unter den LADY-LOVIBOND-Passagieren! Wird auf ein paar tausend Planeten übertragen! Live!«
Abdullah streckte sich. »Das trifft sich ja hervorragend.«
»Was haben Sie gesagt?«
»Ich sagte«, schrie Abdullah noch lauter als nötig, »mein Partner und ich haben eine Firma gegründet! Eine AG! Wir gewinnen grüne Energie aus dem Schwarzen Loch im Milchstraßenzentrum! Die Aktien der Erde AG sind ab morgen im Handel! Aber das ist natürlich ein Geheimnis!«
»Natürlich!«, schrie Gil zurück. »Viel Erfolg!«
Abdullah rieb sich die Hände. »Mal sehen, wer ist der Nächste ... Ah, Jocke.«
Der Alleinunterhalter von Mau Mau Spaceways stand mit kreisendem Unterleib in der Nähe der Bühne inmitten einer langen Schlange; offensichtlich wartete er auf seinen Auftritt. Die beiden eilten zu ihm.
»Können Sie ein Geheimnis bewahren?«, schrie Abdullah ihn an.
Die Köpfe von Jockes Schlangen-Nachbarn flogen herum.
»Keine Ahnung«, schrie Jocke durch das zwerchfellerschütternde Wummern der Bässe zurück. »Ich hab’s noch nie probiert!«
»Wir haben die Erde AG geründet! Sie gewinnt grüne Energie aus dem Schwarzen Loch im Milchstraßenzentrum! Sehr kostengünstig! Die Aktien sind ab morgen im Handel!«
Jocke hob beide Daumen.
Eine Hand krallte sich in Abdullahs Schulter.
»Gott sei Dank, ihr lebt noch! Ich war sicher, die verkleideten Schleimoktopussis hätten euch gefressen.«
Lazarus’ bärtiges Antlitz sah bleich und eingefallen aus, seine Nase war spitz und sein Blick flackerte.
»Sie wollen mich vergiften, aber ich trickse sie aus. Ich esse einfach nichts und trinke nur Wasser. Habt ihr schon einen Fluchtweg gefunden?«
Abdullah schüttelte den Kopf. »Was viel Besseres: Wir haben eine Aktiengesellschaft gegründet, die Erde AG! Ich sage nur: Neue Technologien! Grüne Energie! Die Aktien sind morgen im Handel! Aber nicht weitersagen!«
Der Kapitän drückte Lazarus die Hand und eilte weiter, aber Tsarong blieb stehen.
»Wir schlagen uns täglich den Wanst voll und leben noch. Du kannst essen und trinken, was du willst, kein Problem.«
Lazarus’ Gesicht verzerrte sich. Er packte den Arm des Tibeters. »Oh mein Gott! Das bedeutet, sie wollen mich auf eine andere Weise umbringen – eine, die ich noch nicht durchschaut habe! Aber auf welche?«
Tsarong schüttelte den Kopf. »Sie wollen dich nicht umbringen, keine Sorge.«
»Aber irgendwas stellen sie mit mir an, die Schleimis, ich weiß es genau!«, schluchzte Lazarus. »Was ist es? Du musst es mir verraten!«
Tsarong deutete auf die Bühne, wo gerade ein angehender Teenager die erste Strophe eines alten Schlagers ins Mikrofon hauchte.
»Sie verdummen dich! Dann bist du leicht manipulierbar und glaubst alles, was dir ihre Politiker erzählen: Sie wollen nur dein Bestes, die Währung ist stabil, die Renten sind sicher ...«
»Oh mein Gott! Nein, so dumm will ich nicht werden!«
Lazarus warf sich herum, riss zwei Zuschauer um und stob davon.
»Geh zurück in dein Zimmer«, schrie Tsarong ihm nach, »schließ dich ein – und iss was!«
Der Tibeter bahnte sich einen Weg zu seinem Partner, der sich gerade einer Frau mit Eulengesicht zuwandte, ebenfalls eine der Schiffbrüchigen. Doch bevor er etwas sagen konnte, sprach sie ihn an.
»Haben Sie schon gehört? Ein ganz heißer Tipp: Die Erde AG! Grüne Energie! Neue Technologien! Morgen an der Börse! Aber nicht weitersagen, das ist ein Geheimnis!«
»Natürlich nicht. Vielen Dank!« Abdullahs rundes Gesicht strahlte wie das eines Zollfahnders beim Anblick einer überzähligen Zigarette.
»Ich denke«, sagte er zu Tsarong, »das genügt fürs Erste. Zurück zu Bobby!«
[Ende der 2. Leseprobe.]

Sonntag, 25. Januar 2015

1. Leseprobe »Neulich in der Galaktischen Union: Das erste Buch Abdullah«





In diesem Blogeintrag habe ich einiges über die Hintergründe meines soeben im Du-Lac-Verlag als Taschenbuch und E-Book erschienen Romans »Neulich in der Galaktischen Union« geschrieben. Hier die erste Leseprobe, und zwar ein Auszug aus dem 6. Kapitel des Romans (von insgesamt 27). Die Situation: Raumfrachterkapitän Abdullah und sein tibetischer Partner Tsarong sitzen auf dem Planeten Grux fest, einem galaktischen Schmelztiegel, und sind blank wie stets. Also begeben sie sich auf die Suche nach einem Bankenkredit ...




Taschenbuch: EUR 9,80, ISBN 978-3-9816543-2-5
E-Book: EUR 5,99, ISBN 978-3-9816543-3-2

6.
[...]

Sie umrundeten den Platz und musterten dabei die Firmenschilder.
»Hier scheinen wirklich alle Banken der Galaxis vertreten zu sein. Mal sehen, bei welcher haben wir es noch nie probiert? Sirius Mutual, Terranische Kolonialbank ...« Abdullah schüttelte den Kopf. »Grux & Glux Unreal Estate, Multicredit, Galactical Shavings, Terra Raffeisen ...« Sein sonst so rundes Gesicht zog sich immer weiter in die Länge. »Coldman & Zack, Beteigeuze Planetary Bank & Disgust ...«
»Distrust.«
»Westgalaktischer Pensionsverein, Universal Lug & Trug. Halt, wie ist es denn mit dieser hier: KfgA Kreditanstalt für den galaktischen Aufbau? Da waren wir noch nie, da bin ich ganz sicher! Und als Logistikunternehmer sind wir schließlich ein unverzichtbarer Teil des Aufbaus.«
Die Tür öffnete sich automatisch und die beiden betraten den Vorraum. Zwischen einem Abfalleimer und einem Robot-Terminal ragte ein Paar Füße in löchrigen Lackschuhen hervor.
»Wahrscheinlich ein Techniker«, flüsterte Abdullah.
Doch ein weiterer Schritt enthüllte, dass die Füße zu einem unrasierten Mann in einem fadenscheinigen Nadelstreifenanzug gehörten, der ihnen einen abgewetzten Zylinder entgegenhielt. Tränen hatten tiefe Kanäle durch den Schmutz auf seinen Wangen gegraben.
»Ein Almosen für einen geschassten Investmentbanker!«, sagte er mit erstickter Stimme.
Abdullah zog das Innere der Taschen seiner rot-goldenen Uniform nach außen, es fiel nichts heraus. Dennoch blieb er stehen, auf den Walla-Wagong gestützt.
»Was ist Ihnen denn zugestoßen, guter Mann?«
»Ach«, seufzte der andere und zog die Hand mit dem Zylinder zurück, »ein trauriges Schicksal, das aber niemanden mehr rührt in dieser gefühllosen Zeit. Vor ein paar Wochen noch lag mir die ganze Galaxis zu Füßen, wie man so schön sagt, ich schob in Sekunden Milliardenbeträge von hier über dort nach da und wieder zurück. Doch mein Portfolio erwies sich als kühner, volatiler und weniger effektiv als erwartet, und so ...« Er schniefte und fuhr sich mit dem Ärmel über das Gesicht, womit er den Dreck darin gleichmäßig verteilte.
»Und so?«
»Und so waren auf einmal zehn Milliarden futsch!« Ein Weinkrampf schüttelte den Ex-Banker. »Es ist ja nicht des Geldes wegen, das gehörte ja nicht der Bank, sondern nur den Kunden. Aber sie haben mich entlassen, weil die Sache an die Presse durchgesickert ist, und nun finde ich keinen Job mehr!«
Abdullah ging rasch weiter.
»Alle Wetter!«, sagte Tsarong, während er hinter seinem Partner den mit Gold eingelegten Marmorboden der domähnlichen Schalterhalle betrat. »Der hat wirklich GROSS gedacht, das muss man ihm lassen!«
»Ja ja, der Grat zwischen Held und Prügelknabe ist ein ebenso schmaler wie der zwischen Genie und Wahnsinn.«
»Wenn du das sagst ... Vielleicht sollten wir doch eine andere Bank suchen?«
Abdullah blieb stehen, sah sich demonstrativ um und stampfte mit dem Fuß auf. »Wieso? Der Wolkenkratzer steht doch noch, oder? Zehn Milliarden sind für die doch nur Peanuts!« Er deutete an der Röhre des Expresslifts vorbei, die die Mitte der Halle markierte. »Der Typ an dem Schreibtisch dort sieht so aus, als würde er sich langweilen.«
»Er telefoniert.«
»Sag ich doch.«
Ein Mann von etwa fünfzig Jahren mit Tränensäcken und rot unterlaufenen Augen flüsterte in das Mikrofon eines Headsets. Als die beiden näher kamen, hörten sie:
»Also abgemacht: Acht Millionen für einen Chip mit den kompletten Kundendaten. – Wann? Um Mitternacht am Verrätertor unter der Seufzerbrücke? Geht klar, Herr Finanzkommissar. – Natürlich, kein Wort zur Justizkommissarin, das bleibt ganz unter uns. Ehrensache unter Ehrenmännern. Bis dann!«
Er sprang von seinem Sessel auf, als die beiden Partner vor seinen Schreibtisch traten.
»Tobias Fürchtegott, Vermögens-, Anlage- und Kreditberater.« Strahlend schüttelte er zwei sehr unterschiedliche Hände. »Was kann ich für Sie tun? Wir haben gerade exzellente Anlageobjekte mit außerordentlichen Renditechancen im Angebot: Fonds für Filme und Raumschiffswerften, Luxushotels im Asteroidenring von Sol, Spielekonsolen für Seniorenheime, Bohrplattformen ... Ich kann ein hocheffektives Portfolio auf Ihre individuellen Bedürfnisse hin optimieren und ...«
»Es geht um einen Geschäftskredit«, sagte Abdullah mit Gönnermiene und ließ sich vorsichtig auf den rechten der beiden Schalensessel nieder, die ein weniger Beleibter möglicherweise als bequem empfunden hätte. Seinen Stock legte er quer über beide Knie.
Ein Schatten verdunkelte Tobias Fürchtegotts Gesicht. »Ein Geschäftskredit. Nun gut, auch dafür bin ich zuständig.« Er setzte sich wieder, schwang seinen Stuhl um 45 Grad und hackte mit zwei Fingern auf eine Computertastatur ein. »Wenn Sie mir den Firmennamen nennen könnten ...«
»INSCHALLAH AG.«
»I-N-S... Mist, wir haben eine neue Software, da sind die Firmen nach Bonität sortiert. Ich habe noch nicht herausgefunden, wie man nach dem Namen sucht.«
»Gehen Sie einfach ans Ende der Liste«, sagte Tsarong und sah zur hohen Decke. Im nächsten Moment bohrte sich die Spitze des Walla-Wagongs in sein rechtes Knie.
»Tatsächlich!« Tobias Fürchtegott lehnte sich aufatmend zurück. Ein kalter Blick streifte die beiden Partner, bevor er sich wieder auf den Bildschirm heftete. »Wussten Sie, dass die INSCHALLAH AG galaxisweit die einzige Firma mit einem Triple-Z-Rating ist? Tja, da sieht es natürlich zappenduster aus mit einem Kredit. Was haben Sie denn an Sicherheiten?«
Aus den Augenwinkeln bemerkte Tsarong eine Bewegung und wandte den Kopf. Der gescheiterte Investmentbanker aus dem Vorraum schleppte sich mit hängenden Schultern zum Expresslift und verschwand in der Kabine.
»Sicherheiten? Ist denn unser Wort nicht gut genug?«
Tobias Fürchtegott musterte Abdullah wie der GU-Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung einen Mistkäfer, den ihm ein sonnengebräunter Mann mit schwieligen Händen auf den Mahagonischreibtisch gesetzt hatte.
»Mein Herr, wenn Sie einen Kredit beantragen, müssen Sie zuallererst nachweisen, dass Sie ihn nicht brauchen. Das ist überall im Bankgewerbe so, schon seit dem Urknall. Also?«
»Können Sie nicht mal eine Ausnahme machen?«
»Ausnahmen gibt es nur für die Golfbekanntschaften der Vorstandsetage, wichtige Lokalpolitiker und den Chef der Steuerfahndung. Ich mache doch nur meine Arbeit, Mann, und ohne Sicherheiten ...«
»Sicherheiten, tja ...« Abdullahs Miene hellte sich auf. Er ignorierte die verstohlenen Handzeichen seines Partners. »Wir haben unser schönes Schiffchen, die INSCHALLAH!«
Tsarong vergrub das Gesicht in den Händen.
»Das ist interessant«, sagte Tobias Fürchtegott. »Wo ist die registriert? Auf Terra?« Er wandte sich wieder seinem Computer zu. »Zum Glück funktioniert die Suche nach Schiffsnamen noch.«
Er drückte die Eingabetaste und starrte auf den Schirm. Er las, dann zog sich sein Gesicht in die Breite, die Augen blitzten auf, der Mund öffnete sich und heraus kam ein schmetterndes Gelächter, das die Halle durchdrang, das Glas schwingen ließ, sich am Marmor brach und um einiges verstärkt zurückkehrte. Er lachte und lachte, hielt sich die Seiten, schwankte auf seinem Stuhl und fiel schließlich hinab, sich immer noch vor Lachen krümmend.
Zwanzig Sekunden später fanden sich Abdullah und Tsarong auf der Straße wieder.
»Das ist, äh, suboptimal gelaufen«, sagte Abdullah und richtete den Kragen seiner Uniform, der von dem stählernen Griff eines orang-utan-ähnlichen Wachmanns vom Planeten Nabonga-Nabonga in Unordnung gebracht worden war.
»Kann man sagen.« Tsarong rieb sich das Genick. »Es hat wohl keinen Sinn ...«
»Wahrschau!«, rief ein dünnes Stimmchen von sehr weit oben.
Abdullah sah hinauf und stieß seinen Partner beiseite.
»Was war ...«
Ein Schatten rauschte hinter den beiden vorbei und ein Geräusch ertönte, als klatsche ein enthusiastischer Mafiaboss auf den gratlosen Rücken eines Politikers.
»... das?«, vollendete Tsarong.
»Das willst du nicht wirklich wissen.«
Hastig schob Abdullah ihn weiter.
»Wir haben nichts gehört und nichts gesehen. Zurück zu MacNab!«
[Ende des 6. Kapitels, Ende der 1. Leseprobe.]


Taschenbuch: EUR 9,80, ISBN 978-3-9816543-2-5
E-Book: EUR 5,99, ISBN 978-3-9816543-3-2

Montag, 24. November 2014

»Katzenwesen« erschienen



In den letzten beiden Jahren war ich hauptsächlich mit anderen Dingen beschäftigt, aber nun geht es Schlag auf Schlag weiter: Ein neuer Roman ist bereits erschienen, zwei weitere folgen in Kürze (dazu bald mehr).

Mein Roman »Katzenwesen«, geschrieben und erschienen unter dem Pseudonym Torsten Weigand, ist seit zwei Wochen lieferbar im MariposaVerlag, Berlin, sowie allen Buchhandlungen und Internet-Versendern (ISBN: 978-3-927708-83-9, EUR 14,90). Das E-Book folgt ca. Ende November. Das Pseudonym Torsten Weigand habe ich gewählt, weil ich denke, dass »Miguel de Torres« für einen Katzenroman nicht so gut passt.

In diesem Roman, der mir persönlich sehr viel bedeutet, geht es um die Katze Mausi, die wiedergeboren wird und sich aufmacht, den Menschen zu suchen, bei dem sie in ihrem letzten Leben so glücklich war . Doch bevor sie dieses Ziel erreicht, lernt sie viele interessante Katzen und Menschen kennen, muss eine Schuld aus ihrem früherem Leben begleichen und sich schließlich selbst besiegen.

Aus dem Nachwort zu »Katzenwesen«:


Es gibt Bücher, die geschrieben werden müssen. Manche Autoren verfassen in ihrem ganzen Leben einen einzigen Roman, weil in ihrem Herzen eine Geschichte nistet – manchmal jahrzehntelang –, die unbedingt erzählt werden will, die heraus muss, wenn dieses Herz nicht zerspringen soll.

Nun, der vorliegende ist weder mein erster noch mein letzter Roman, aber wenn ich in meinem Leben nur einen Roman geschrieben hätte, wäre es dieser gewesen. Denn Mausi hat wirklich gelebt und wir haben mehr als zehn unvergessliche Jahre zusammen verbracht. Aber auch die meisten anderen tierischen Hauptfiguren des Romans haben Vorbilder im wirklichen Leben, allen voran Lucy und Sonny, der eigentlich Micki hieß. Nicht zu vergessen Kaspar Hauser alias »Oje« und Timber, der wunderschöne schwarze Kater mit den weißen Pfoten und der Blesse. Wie so oft bildet dieser Roman eine Verschmelzung von Dichtung und Wahrheit zu einem größeren Ganzen – etwas, das »größer als das Leben« ist und deshalb, aus einer weiter gefassten Perspektive, einen neuen Blick auf dieses Leben erlaubt. Zumindest hoffe ich, dass mir das gelungen ist.

... Soweit das Nachwort. Bleibt noch anzufügen, dass die echte Mausi »Covergirl« geworden ist, was mich natürlich sehr gefreut hat. Ebenso würde es mich freuen, wenn es mir gelungen ist, Sie auf den Roman neugierig zu machen ...

Weitere Informationen auf der Website des Mariposa-Verlags: Katzenwesen - ein Roman über Katzen und Menschen. Eine erste Leserreaktion gibt es auch unter "Lovelybooks": Leben voller Liebe.